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Geschichte

Nicht ahnend, welche Bedeutung sein Naturheilverfahren einst erlangen würde, erkannte Johann Schroth bereits vor 180 Jahren, dass das Vertrauen in die Natur sowie die Selbstheilungskräfte des Körpers die Schlüssel für Gesundheit und Wohlbefinden sind.

Wie Sebastian Kneipp hat auch Johann Schroth seine Anwendungen zunächst an sich selbst erprobt. 1817 wurde sein rechtes Kniegelenk durch den Hufschlag eines Fuhrpferdes verletzt. In Nieder-Lindewiese, einem kleinen Ort im ehemaligen Sudetenland (heute Tschechien), behandelte er seine Verletzung mit kalten, nassen Umschlägen, die sich nach einiger Zeit erwärmten, erfolgreich.

Schroth beobachtete außerdem die Verhaltensweisen kranker Tiere, deren Instinkt im Vergleich zum Menschen noch wesentlich ausgeprägter ist. Diese verweigern die Nahrungsaufnahme und schränken das Trinken ein, wenn sie eine Krankheit plagt. Dadurch werden die körpereigenen Abwehr- und Selbstheilungskräfte mobilisiert. Essen und Trinken binden einen Teil der Körperenergie für kompliziert ablaufende Stoffwechselvorgänge. Fasten bedeutet also Entlastung und Freisetzung dieser Energien, so dass diese auf natürlich Art den Körper von innen heraus regenerieren können.

Durch den Zweiten Weltkrieg und den damit verbundenen Flüchtlingsstrom in den Westen verlor die Schrothkur ihre angestammte Heimat in Nieder-Lindewiese. Dr. med. Hermann Brosig brachte 1947 sein Wissen und seinen unerschütterlichen Glauben an die Heilkraft dieses Naturheilverfahrens nach Oberstaufen.

Der hohe Freizeit- und Erholungswert des Allgäuer Ortes erschien ihm ideal als neue Heimat für die Schrothkur und ihre großartigen Heilerfolge.

Heute ist Oberstaufen das einzig anerkannte Schroth-Heilbad in Deutschland und untrennbar mit dem Naturheilverfahren nach Johann Schroth verbunden.