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Nicht tot zu kriegen: die beliebtesten Schrothkur-Mythen

Die Fastenkur nach Johann Schroth hat es nicht leicht. Im Gegensatz zu anderen Kurformen wie Thermal oder Sole, wo die Gäste passiv etwas für ihre Gesundheit tun, indem sie das Heilmittel einfach auf sich wirken lassen, erfordert das Naturheilverfahren nach Johann Schroth Eigeninitiative und Disziplin. Dafür ist das Ergebnis umso wirkungsvoller.

Nach wie vor sind zahlreiche Mythen zur Schrothkur im Umlauf. Über die zehn „beliebtesten“ möchten wir in diesem Blogbeitrag aufklären. Viele stimmen nicht. Manche sind tatsächlich wahr.

1. Die Schrothkur hat etwas mit Körneressen zu tun

Normalerweise beschreibt der Name einer Kur das zentrale Heilmittel. Bei der Moor-Kur gibt es z.B. Moor-Anwendungen. Nur wenig Ausnahmen sind auf den Namen des Kurbegründers zurück zu führen, wie z.B. die Kneipp-Kur oder eben auch die Schroth-Kur. Leider ist der Name „Schroth“ etwas ungünstig, weil er immer wieder dazu führt, dass Unwissende, denen die unterschiedliche Schreibweise nicht auffällt, davon ausgehen, dass das geschrotete Korn das Heilmittel und damit auch Inhalt der Kur ist.

Diese Annahme ist jedoch falsch. Im Rahmen der Fastenkur nach Johann Schroth gibt es keine Körner, sondern in erster Linie gekochtes bzw. gedünstetes Gemüse, Obst in Form von Kompoten, Kartoffeln, Reis, Graupen, getrocknete Aprikosen und Pflaumen sowie Kurgebäck.

2. Die Schrothkur ist eine Diät

Blog 540x304 Schroth FastenZugegebenermaßen hat der Deutsche Schrothverband den Fehler gemacht, das Schroth´sche Fasten als „Schroth´sche Diät“ zu bezeichnen, was dazu führte, dass die Schrothkur immer wieder mit richtigen Diäten i.S.v. Ernährungsweisen zur Gewichtsabnahme verglichen und getestet wird. Mit verheerenden Ergebnissen, denn die Schroth´sche Kost ist keine Diät, bei der es um eine Gewichtsreduktion geht, die im Rahmen einer dauerhaften Ernährungsumstellung erzielt werden soll.

Beim Fasten geht es ums Entgiften (übrigens bei Schroth vor allem über die Haut und nicht wie bei anderen Fastenkuren über den Darm), Ausscheiden und Regenerieren. Der Nahrungsverzicht findet temporär und zu diesem Zweck statt.

Die Annahme ist also falsch. Auch wenn das Abnehmen eine oft willkommene Nebenerscheinung darstellt, ist sie nicht das vorrangige Ziel.

3. Die Kur führt zu einem Mangel an Eiweiß sowie bestimmten Vitaminen

Während der Schrothkur erhält der Körper lediglich ca. 15 g pflanzliches Eiweiß. Der normale Bedarf liegt bei ca. 50 bis 70 g Eiweiß pro Tag. Außerdem können fettlösliche Vitamine wie Vitamin A, D, E und K im Rahmen nicht ausreichend aufgenommen werden, da kein Fett verabreicht wird.

Das ist also richtig. Jedoch ist das für die begrenzte Dauer von wenigen Wochen mit keinerlei Nachteilen verbunden, da der Körper über ausreichende Vitamin-Reserven verfügt und evolutionsbedingt darauf ausgerichtet ist. Ein durchschnittlicher Eiweißverlust von ca. 35 g pro Tag über den Zeitraum einer Schrothkur ist deshalb für den Organismus ebenso ungefährlich.

4. Gemüsesticks sind die ideale Schroth´sche Zwischenmahlzeit

Die Kost muss so reizarm wie möglich sein, um den Verdauungsprozess einfach und unbelastet ablaufen zu lassen. Nur gekochtes und gedünstetes Gemüse und Obst in Form von Kompotten ist reizarm und entlastet den Darm im Gegensatz zu Rohkost.

Auch wenn viele Gastgeber und Gastronomen mit rohem Gemüse oder Äpfeln in der „Lunchbox“ zu Wanderausflügen usw. ihren Gästen eine Freude machen wollen und dabei natürlich auch selbst am wenigsten Aufwand haben, ist diese Annahme falsch. Rohes Gemüse und Obst behindern bzw. verlangsamen den Kurerfolg

5. Wein ist obligatorischer Bestandteil des Naturheilverfahrens

Blog 540x304 Impressionen Health ViewDer Wein war schon immer Teil der Schrothkur und Fluch wie auch Segen zugleich. Einerseits hat der moderate Weingenuss zahlreiche positive Eigenschaften (durchblutungsfördernd, stoffwechselsteigernd, hemmend auf das Bakterienwachstum, psychisch aufhellend etc.).

Andererseits ist die Schrothkur deshalb immer wieder als Saufkur verschrien. Zu Unrecht! Während es früher tatsächlich große Mengen von Wein gab – sogar in der Frühe zur Schwitzpackung – ist die erlaubte Menge heute sehr begrenzt (für Frauen bis zu 1/4 Liter Wein an vier Tagen die Woche, für Männer bis zu ½ Liter Wein an vier Tagen pro Woche). Außerdem gibt es Wein nur wenn es der Kurarzt nach gründlicher Untersuchung und Prüfung der Gegenindikationen UND wenn es der Gast möchte.

Dieses sich hartnäckig haltende Gerücht ist als falsch.

6. An den Trockentagen droht Lebensgefahr

Blog 540x304 Yoga2 Koenigshof Health ViewKennen Sie diese Tage, an denen Sie abends bemerken, dass Sie den ganzen Tag über kaum etwas getrunken haben? Solche Tage kommen immer wieder vor und man merkt es oft gar nicht. Trotzdem ist es nicht gut, regelmäßig zu wenig zu trinken und man sollte im Alltag tatsächlich für ausreichend Flüssigkeit sorgen – auch deshalb, weil man zahlreiche Genussgifte, Konservierungsstoffe und andere Dinge zu sich nimmt, auf die der Körper lieber verzichten würde. Diese müssen mit viel Flüssigkeit wieder nach draußen befördert werden.

Während der Schrothkur gibt es das alles nicht. Kein Kaffee, keine Fertigkost, nur naturbelassenes Bio-Gemüse und Bio-Obst, frisch gepresste Säfte, Tees und Wasser. Alles worüber sich der Körper freut und nichts, was ausgeschwemmt werden muss. Hinzu kommt, dass natürlich der Kurarzt prüft, wie hoch die Mindestmenge der täglicher Flüssigkeitsaufnahme für den jeweiligen Kurgast sein muss.

Wichtig ist nur, dass ein täglicher Wechsel der Trinkmenge stattfindet. Am einen Tag wird verhältnismäßig wenig getrunken. Es entsteht ein Sog aus dem Zwischengewebe in das leicht dickflüssigere Blut. Am Trinktag werden dann die herausgelösten Substanzen ausgeschieden. Und natürlich ist der Trockentag immer ein Ruhetag mit Massagen, Yoga, Lesen etc., während der Trinktag ein Bewegungstag ist, an dem gewandert und gegolft wird. Übrigens gibt es den Wein ausschließlich an den Trinktagen.

Ergebnis: Diese Aussage ist falsch.

7. Bei der Schrothkur gibt es zu viele Kohlenhydrate

Dieser Mythos zeigt, was das Marketing von geschäftstüchtigen Wirtschaftsunternehmen mit uns macht. Wir haben ein schlechtes Gewissen dabei, Brot und Nudeln zu essen und kaufen uns reumütig Bücher zu Low Carb Diäten.

Im Rahmen der Schrothkur führt das dazu, dass die Fastenkost als Kohlenhydrat-Diät wahrgenommen wird, nur weil sie mehr Kohlenhydrate beinhaltet als Eiweiße. Das liegt aber nicht daran, dass es viele Kohlenhydrate gibt – es gibt weit weniger als bei der normalen Alltagsernährung - sondern daran, dass kein Eiweiß gereicht wird. Außerdem werden die Kohlenhydrate vor allem aus Obst und Gemüse geliefert. Wer also eine Kohlenhydrat-Phobie hat, lässt einfach die beliebte Kartoffel weg.

Also: Annahme falsch

8. Die Schrothkur kann man auch ohne ärztliche Begleitung machen

Richtig. Das kann man theoretisch und auch rechtlich gibt es hierzu keine Pflicht. Ein professioneller Gastgeber wird dies in seinem Haus aber nicht zulassen, denn eine erfolgreiche Kur hängt maßgeblich von der individuellen Ausrichtung und Anpassung der einzelnen Säulen an den persönlichen Gesundheitszustand und die individuellen Bedürfnisse des einzelnen Gastes ab. Und wer als Gast diesen Qualitätsanspruch an die Fastenkur nach Johann Schroth nicht hat, sollte sich das Geld direkt sparen.

Ohne ärztliche Begleitung lauert außerdem die ein oder andere gesundheitliche Gefahr während der Kur, wenn man die Schroth´schen Prinzipien nach eigenem Ermessen umsetzt. Maßgeblich ist natürlich, dass die Betreuung beim richtigen Arzt statt findet. Der gute Kurarzt nimmt sich Zeit für Sie und möchte gemeinsam mit Ihnen die optimalen gesundheitlichen Ergebnisse erzielen. Unsere Dr. med. Susanne Neuy ist in diesem Rahmen Ihre perfekte Ansprechpartnerin.

9. Veraltete Prinzipien

Blog 540x304 PackungDie Fastenkur nach Johann Schroth ist kein altes Naturheilverfahren, sondern ein lang bewährtes. Während die Krankheitsbilder zu Zeiten Johann Schroths ganz andere waren, geht es heute vor allem um die klassischen Zivilisationskrankheiten. Da die Prinzipien nach wie vor darauf basieren, die körpereigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren, ist es unerheblich, welche Leiden dadurch behoben werden.

Außerdem wurden die Anwendungen an die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse angepasst. Früher bestand die Kost vor allem aus Kurgebäck mit geraspelten Karotten und Schnittlauch. Heute sind die Teller bunt mit Gemüse bestückt. Die Kartoffel wie auch die Tomate sind noch nicht lange zugelassene Bestandteile. Früher gab es an den Trockentagen viel weniger zu trinken und an den Trinktagen viel mehr Wein als heute. Die Packung dauerte teilweise die ganze Nacht und man war fest eingeschnürt durch die sogenannten Packbänder.

Also nein, genauso wenig, wie die Ernährung unserer Vorfahren bestehend aus Gemüse, Obst und begrenzten Mengen an Fleisch veraltet ist, sind die Prinzipien der Schrothkur nicht überholt, sondern aktueller denn je. Das wird jeder Gast bestätigen, der sich für dieses wertvolle Naturheilverfahren entschieden hat und nach zwei bis vier Wochen seine Leiden los war.

Dieses Gerücht ist falsch.

10. Schrothkur ist Fasten auf allerhöchstem Niveau

Fasten heißt immer verzichten und jeder muss für sich entscheiden, welche Fastenkur am besten zu ihm passt. Betrachtet man die jeweiligen Richtlinien und Prinzipien fällt in der Tat auf, dass man als Fastenanhänger bei der Schrothkur für sein Geld am meisten geboten bekommt. Vor allem beim Thema Essen überzeugt Schroth mit einem abwechslungsreichen Speiseplan, während bei Buchinger ausschließlich getrunken wird und bei F.-X.-Mayr nur alte Semmel gekaut werden.

Bei Schroth gibt es kein Salz, kein Fett und kein tierisches Eiweiß, um den Stoffwechsel und die Verdauung zu entlasten, damit die Selbstheilungskräfte aktiviert werden. Aber das was es gibt ist im Vergleich zu Gemüsebrühe und weichem Brötchen ein Gaumenschmaus. Zusätzlich schätzen viele Schroth-Fans die Tatsache, dass die Entgiftung über die Haut stattfindet und keine Glaubersalze oder Einläufe/Spülungen den Darm zur spontanen Entleerung zwingen.

Nicht zuletzt dürfen Sie zur Schrothkur nach Oberstaufen kommen, dem schönsten Kurort Deutschlands mit einer einzigartigen Landschaft, Allgäuer Gastfreundschaft, einem weltstädtischen Einzelhandelsangebot und einem fröhlichen Nachtleben. Während in anderen Kurorten die Bürgersteige hochgeklappt werden, genießt man in Oberstaufen seinen Kurwein in geselliger Runde und macht bei Livemusik das Tanzen zur Schroth´schen Bewegungstherapie.

Diese Annahme ist also absolut richtig!

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